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Uniper richtet Investitionspläne nach neuem Kraftwerksgesetz aus


Uniper (Archiv) / Foto: via dts Nachrichtenagentur

 

Der bundeseigene Strom- und Gaskonzern Uniper hat eine Woche nach der Verabschiedung des "Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetzes (StromVKG)" seine Strategie angepasst.

"Jetzt steht fest: Uniper plant, bis 2030 rund fünf Milliarden Euro zu investieren", sagte der Vorstandsvorsitzende des Düsseldorfer Konzerns, Michael Lewis, der "Welt": "Der Schwerpunkt der Investitionen - also mehr als die Hälfte - soll in den Geschäftsbereich `Flexible Erzeugung` gehen."

Im Bereich "Flexible Erzeugung" sind die konventionellen Kraftwerke von Uniper organisiert. Hier steht nun ein umfangreiches Ausgabenprogramm an, nachdem mit dem "StromVKG" die Beihilferegeln für neue Kraftwerke feststehen. "Das `StromVKG` macht nach unserer Analyse den deutschen Kraftwerksmarkt wieder investierbar - und das ist dringend notwendig", sagte Lewis: "Nach der Verabschiedung des Gesetzes im Bundestag in der vergangenen Woche haben wir umgehend unsere Investitionspläne konkretisiert."

Damit bereitet sich der Konzern auch auf seine bevorstehende Privatisierung vor: Gemäß der europäischen Wettbewerbsvorgaben muss der Bund seine rund 99-prozentige Beteiligung an Uniper bis Ende 2028 auf rund 25 Prozent reduzieren. Uniper stand nach dem Stopp russischer Gaslieferungen 2022 vor der Zahlungsunfähigkeit und musste aus Gründen der Versorgungssicherheit zeitweise verstaatlicht werden. Für künftige Investoren ist die strategische Ausrichtung des Unternehmens entscheidend.

Konzernchef Lewis erläuterte die Strategie der kommenden Jahre: Noch vor dem Aufbau erneuerbarer Energien steht für Uniper nun der Bau von Gaskraftwerken zur Absicherung der Energiewende im Fokus. Geplant ist der Bau von zwei neuen Gaskraftwerken mit zusammen 1,7 Gigawatt Leistung im hessischen Hanau und in Gelsenkirchen in NRW. "Damit die Energiewende wirklich Erfolg hat, müssen wir ihre Absicherung durch steuerbare und vom Wetter unabhängige Kraftwerke in den Vordergrund stellen", sagte Lewis: "Denn die Energiewende hat hier ihr größtes Defizit."

Gleichwohl investiert Uniper weiterhin in Wind- und Solaranlagen samt Batteriespeichern: An dem Plan, pro Jahr Erneuerbare-Energie-Anlagen mit durchschnittlich 500 Megawatt zu errichten, ändere sich nichts, so Lewis. Allerdings gebe es in Deutschland wegen des Kohleausstiegs immer weniger verlässliche Erzeugungskapazitäten. "Da entsteht eine Lücke", sagte Lewis: "Uniper ist prädestiniert dafür, diese Lücke zu füllen."

© dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

 

NEWS25-Meldung vom 17.07.2026 - 05:00 Uhr

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