Samstag, 18. Juli 2026
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Umweltminister fürchtet Wasserkonflikte in Deutschland
Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hat vor Wasserknappheit in Deutschland gewarnt. Das Thema Wasser werde unterschätzt, sagte Schneider dem "Spiegel". Deutschland sei bisher ein wasserreiches Land gewesen, aber das ändere sich gerade. Es gehe jetzt darum, die Voraussetzungen zu schaffen, dass Orte auch in zehn oder 20 Jahren noch lebenswert seien und Unternehmen weiter produzieren könnten. "Künftig werden wir ernsthafte Konflikte um Wasser haben - auch in Deutschland", sagte Schneider. Vor allem in Ballungsräumen werde es Probleme geben, sagte der Minister. "Nehmen wir Berlin: Die Wasserversorgung dort hängt maßgeblich von der Spree ab. Die fließt jetzt schon an manchen Tagen rückwärts." Man wisse, dass da in Zukunft nicht mehr genug Wasser ankomme, weil das abgepumpte Wasser aus den Braunkohletagebauen in der Lausitz wegfalle. Es gebe daher etwa die Idee, einen Teil des Elbwassers über eine gewaltige Leitung in die Spree zu pumpen. "Der eine oder andere in der Hauptstadt wäre sicher dafür, aber fragen Sie mal in Sachsen, Hamburg oder Tschechien nach. Wenn sich die Trockenheit verschärft, droht da ein Großkonflikt", so Schneider. Aufgrund der menschengemachten Erderhitzung werden in bestimmten Gebieten Dürren häufiger und heftiger, beispielsweise in Europa, im Mittelmeerraum, im südlichen Afrika, in Zentral- und Ostasien, in Südaustralien und im Westen Nordamerikas. Die Situation wird verschärft, solange durch das Verbrennen fossiler Energieträger wie Kohle, Öl und Gas zusätzliche Treibhausgase in die Atmosphäre gebracht werden. An Land verdunstet mehr Wasser und Böden werden trockener, wenn die Atmosphäre wärmer ist. Außerdem ändert sich durch den Klimawandel die Niederschlagsverteilung, sodass in kürzerer Zeit mehr Niederschlag fällt. Weil Starkregen die Landoberfläche schneller sättigt, sickert weniger Wasser tiefer in die Böden, sondern läuft direkt in die Flüsse ab. Fällt dieselbe Niederschlagsmenge als milder Regen über einen längeren Zeitraum, dann ist es wahrscheinlicher, dass Bodenfeuchte und Grundwasserreserven erhalten bleiben. © dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
NEWS25-Meldung vom 17.07.2026 - 08:55 Uhr
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