Freitag, 17. Juli 2026
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Lambsdorff rechnet mit neuer Mobilmachung in Russland
Der scheidende deutsche Botschafter in Moskau, Alexander Graf Lambsdorff, rechnet mit einer baldigen neuen Mobilmachung in Russland. In Moskau redeten "immer mehr Menschen" über eine zweite mögliche Mobilmachung wehrfähiger Männer nach der Duma-Wahl im September, sagte Lambsdorff dem "Spiegel". Auch er befürchte, dass noch einmal Russen im größeren Maßstab eingezogen werden könnten. Lambsdorff sieht bei Russlands Machthaber Wladimir Putin weiter "keinen ernsthaften Willen zu Verhandlungen" über ein Ende des Kriegs gegen die Ukraine. Putin wirke sehr entschlossen, den Krieg fortzuführen, um ihn zu gewinnen, sagte der Diplomat. Er verlässt diese Woche nach drei Jahren Russland, um in Kürze nach Israel zu wechseln. Mit Blick auf die Lage in Russland äußerte Lambsdorff Pessimismus. Er sei zwar Optimist, könne aber momentan nur pessimistisch auf Russlands nahe Zukunft schauen. Lambsdorff beklagte die zunehmenden Repressionen gegen Kritiker der russischen Führung. Diese Menschen würden drangsaliert: "Es ist fürchterlich, eine schleichende Re-Stalinisierung." Zudem erlebe er eine weitreichende Abschottung der Russen vom Westen durch die Internetblockaden der russischen Behörden. Zu seinem Abschied war der deutsche Botschafter am Montag, wenige Tage vor seiner Abreise, noch einmal ins russische Außenministerium einbestellt worden. Es war insgesamt das fünfte Mal in seiner Amtszeit. Bei den Terminen mit Außenamtssprecherin Marija Sacharowa sei das Klima "eher kühl" gewesen. So sei auch die Begrüßung gewesen: "Selbstverständlich gibt man sich auch unter Diplomaten von Staaten, die politisch große Schwierigkeiten miteinander haben, die Hand. Frau Sacharowa hat sich geweigert, das zu tun", sagte Lambsdorff. Zugang zum Kreml habe er zwar gehabt, aber sehr reduziert und in der Sache schwierig und hart, sagte der Botschafter. Details könne er nicht offenlegen. Insgesamt seien Kontakte auf höherer Ebene stark eingeschränkt. Deutschland wird vom Kreml als "unfreundlich" eingestuft, weil es die Ukraine im Krieg gegen Russland unterstützt. © dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
NEWS25-Meldung vom 17.07.2026 - 15:51 Uhr
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