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Wildberger warnt vor digitaler Abhängigkeit von USA


Karsten Wildberger am 15.07.2026 / Foto: via dts Nachrichtenagentur

 

Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) warnt vor einer zu großen digitalen Abhängigkeit Deutschlands und Europas von den USA. Das treibe ihn um, sagte Wildberger am Freitag der ARD.

Er sehe ein Szenario, dass etwa Microsoft den Stecker ziehen und keine Updates mehr für Deutschland ausspielen könnte. "Ein solches Szenario besteht", so Wildberger. Gleichzeitig sagte er, dass man mit vielen Unternehmen wie Microsoft seit Jahrzehnten "vertrauensvoll" zusammenarbeite. Besonders im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) treibe ihn die Abhängigkeit um. Man habe bei Anthropic gesehen, dass bestimmte KI-Modelle, die neuesten Versionen, nicht verfügbar gewesen seien. Technologie könne einem vorenthalten werden. "Wir dürfen nicht naiv sein", sagte der Minister. Souveränität habe zwei Dinge: Wie bin ich abhängig und verwundbar? Ihn bewege seit vielen Jahren die Frage, wo der eigene Microsoft sei. Man solle ein solches Produkt oder eine Produktfamilie entwickeln, nicht nur weil es abgeschaltet werden könne, sondern weil man damit Geld verdienen und Wachstum generieren könne.

Auf die Frage, ob Deutschland in Sachen KI nicht längst abgehängt sei, antwortete Wildberger: "Es ist überhaupt nicht zu spät." Er verwies auf die industrielle KI. Wie man Künstliche Intelligenz in Industriebereichen einsetzen könne, sei eine Chance, weltweit führend zu sein. Deutschland habe unglaubliche Daten in diesem Bereich. Das werde zwar sehr herausfordernd, aber man solle niemals sagen, diese Technologie sei zu alt. Es gebe noch Innovationsmöglichkeit. "Am Ende des Tages ist das auch eine Frage des Willens, weil Deutschland und Europa hat so viel mehr anzubieten, als wir uns aktuell zutrauen", so Wildberger. "Und diese Bremse, die auch im Kopf liegt, die müssen wir ganz schnell lösen."

Zum Bürokratieabbau sagte der Minister, er sehe keine Einschnitte beim Umweltschutz. Man habe ein großes Augenmerk darauf gelegt, dass Rechenzentren bei Energieeffizienz, Grünstromfähigkeit und Wassereffizienz Weltstandard setzten. Das bleibe unberührt. Gleichzeitig müsse man sich an den Realitäten der Physik orientieren. Wildberger sprach sich zudem für eine Altersgrenze bei Social Media aus. Die grundsätzlich richtige Antwort sei "Safety by Design". Dafür gebe es aber bisher noch keine technischen Lösungen. "Solange wir die Antworten darauf nicht haben, ist jetzt die Abwägung Schutz oder nicht Schutz?", fragte er. "Und dann sind wir jetzt bei der Altersgrenze. Und dann sage ich, in der Abwesenheit der technischen Lösung plädiere ich auch für eine Altersgrenze."

© dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

 

NEWS25-Meldung vom 17.07.2026 - 16:06 Uhr

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