Samstag, 01. August 2026
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Unruhe in CDU wegen geplanter Entlassung Schnieders
Die parteiinterne Kritik an der beabsichtigten Entlassung von Verkehrsminister Patrick Schnieder durch Kanzler Friedrich Merz (beide CDU) ohne Klärung der Nachfolge wird lauter. "Der Umgang des Kanzlers mit Minister Schnieder ist ein kommunikatives Desaster", sagte der rheinland-pfälzische CDU-Landtagsabgeordnete Michael Ludwig dem "Tagesspiegel" (Montagausgabe). Es sei empörend, wenn der designierte CDU/CSU-Fraktionschef Thorsten Frei die Sache als "Pech" kleinrede. "Unser Kreisverband, die CDU Rheinland-Pfalz ist in einer Schockstarre. Bei uns ist die Stimmung weit unter null. Wir verstehen den Kanzler nicht", sagte Ludwig, in dessen Landtagswahlkreis Schnieder lebt. Ludwig ist zudem Vizechef des CDU-Kreisvorstandes Bitburg-Prüm. "Wir haben einen kompetenten, fleißigen, geschätzten Bundesverkehrsminister, der weiß, dass er entlassen wird - niemand weiß, warum, und wer ihm folgen wird", sagte Ludwig. Schon jüngst habe das Thema Spahn "bei unseren Mitgliedern Riesenärger verursacht, nun diese persönliche Demontage ohne Not und Verstand. Wir sind froh, dass wir unsere Landtagswahl hinter uns haben." Im März war in Rheinland-Pfalz gewählt worden, kurz darauf wurde Gordon Schnieder (CDU), der Bruder des Bundesverkehrsministers, zum rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten gewählt. Ludwig kritisierte Merz, aber auch den kurzzeitigen Nachfolge-Kandidaten Schnieders, den CDU-Finanzpolitiker Fritz Güntzler. "Wer ein Kabinett umbilden will, muss vorher mit allen Beteiligten reden, und zwar mit Zeit. Der Kanzler hat sich etwas eingebrockt, das muss er nun selbst auslöffeln", sagte Ludwig, der seit 2020 im Mainzer Landtag sitzt. Der Schaden sei "nicht wieder gut zu machen". Mit Blick auf Güntzler sagte er: "Wer bei einem Ministeramt erst zu- und dann absagt, hat sich für jedes weitere Amt disqualifiziert." Ob das wirklich so stattgefunden hat, ist allerdings nicht sicher. Zuvor hatte schon Gerhard Kauth, Vorsitzender von Schnieders CDU-Gemeindeverband Arzfeld, Kritik an Merz geäußert. "Warum Patrick Schnieder jetzt das Bauernopfer wird, verstehen wir nicht", sagte Kauth dem "Tagesspiegel": "Was Merz jetzt mit Patrick Schnieder macht, ist für uns alle unverständlich, ich halte es für skandalös. Vom Stil her ist das das Allerletzte. In ganz Rheinland-Pfalz herrscht Kopfschütteln, versteht das kein Mensch." Selbst die Opposition zeige kein Verständnis, sagte Kauth. "Wir begreifen nicht, wie man so mit einem Menschen umgehen kann", sagte der Politiker, der nach eigenen Angaben die CDU in Arzfeld seit 16 Jahren anführt. Kanzler Merz müsse doch wissen, "dass man nicht das Verkehrsministerium schnell umkrempeln kann". Schnieder sei dort "auf dem richtigen Weg" gewesen, habe einen "Top Job gemacht". Merz kenne doch Schnieder seit vielen Jahren. Der Minister sei ein erfahrener und fleißiger Volljurist, habe schon als Verbands-Bürgermeister exzellente Arbeit geleistet. Die Abberufung von Schnieder ohne Klärung der Nachfolge sei "handwerklich richtiger Murks". © dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
NEWS25-Meldung vom 26.07.2026 - 08:18 Uhr
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